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Es war an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr. Georg Bendemann,
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ein junger Kaufmann, saß in seinem Privatzimmer im ersten Stock eines
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der niedrigen, leichtgebauten Häuser, die entlang des Flusses in einer
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langen Reihe, fast nur in der Höhe und Färbung unterschieden, sich
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hinzogen. Er hatte gerade einen Brief an einen sich im Ausland
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befindenden Jugendfreund beendet, verschloß ihn in spielerischer
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Langsamkeit und sah dann, den Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt,
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aus dem Fenster auf den Fluß, die Brücke und die Anhöhen am anderen Ufer
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mit ihrem schwachen Grün.
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Er dachte darüber nach, wie dieser Freund, mit seinem Fortkommen zu
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Hause unzufrieden, vor Jahren schon nach Rußland sich förmlich
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geflüchtet hatte. Nun betrieb er ein Geschäft in Petersburg, das anfangs
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sich sehr gut angelassen hatte, seit langem aber schon zu stocken
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schien, wie der Freund bei seinen immer seltener werdenden Besuchen
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klagte. So arbeitete er sich in der Fremde nutzlos ab, der fremdartige
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Vollbart verdeckte nur schlecht das seit den Kinderjahren wohlbekannte
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Gesicht, dessen gelbe Hautfarbe auf eine sich entwickelnde Krankheit
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hinzudeuten schien. Wie er erzählte, hatte er keine rechte Verbindung
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mit der dortigen Kolonie seiner Landsleute, aber auch fast keinen
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gesellschaftlichen Verkehr mit einheimischen Familien und richtete sich
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so für ein endgültiges Junggesellentum ein.
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Was wollte man einem solchen Manne schreiben, der sich offenbar verrannt
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hatte, den man bedauern, dem man aber nicht helfen konnte. Sollte man
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ihm vielleicht raten, wieder nach Hause zu kommen, seine Existenz
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hierher zu verlegen, alle die alten freundschaftlichen Beziehungen
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wieder aufzunehmen -- wofür ja kein Hindernis bestand -- und im übrigen
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auf die Hilfe der Freunde zu vertrauen? Das bedeutete aber nichts
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anderes, als daß man ihm gleichzeitig, je schonender, desto kränkender,
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sagte, daß seine bisherigen Versuche mißlungen seien, daß er endlich
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von ihnen ablassen solle, daß er zurückkehren und sich als ein für immer
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Zurückgekehrter von allen mit großen Augen anstaunen lassen müsse, daß
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nur seine Freunde etwas verstünden und daß er ein altes Kind sei, das
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den erfolgreichen, zu Hause gebliebenen Freunden einfach zu folgen habe.
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Und war es dann noch sicher, daß alle die Plage, die man ihm antun
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müßte, einen Zweck hätte? Vielleicht gelang es nicht einmal, ihn
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überhaupt nach Hause zu bringen -- er sagte ja selbst, daß er die
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Verhältnisse in der Heimat nicht mehr verstünde --, und so bliebe er
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dann trotz allem in seiner Fremde, verbittert durch die Ratschläge und
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den Freunden noch ein Stück mehr entfremdet. Folgte er aber wirklich dem
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Rat und würde hier -- natürlich nicht mit Absicht, aber durch die
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Tatsachen -- niedergedrückt, fände sich nicht in seinen Freunden und
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nicht ohne sie zurecht, litte an Beschämung, hätte jetzt wirklich keine
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Heimat und keine Freunde mehr, war es da nicht viel besser für ihn, er
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blieb in der Fremde, so wie er war? Konnte man denn bei solchen
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Umständen daran denken, daß er es hier tatsächlich vorwärts bringen
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würde?
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Aus diesen Gründen konnte man ihm, wenn man noch überhaupt die
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briefliche Verbindung aufrecht erhalten wollte, keine eigentlichen
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Mitteilungen machen, wie man sie ohne Scheu auch den entferntesten
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Bekannten machen würde. Der Freund war nun schon über drei Jahre nicht
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in der Heimat gewesen und erklärte dies sehr notdürftig mit der
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Unsicherheit der politischen Verhältnisse in Rußland, die demnach also
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auch die kürzeste Abwesenheit eines kleinen Geschäftsmannes nicht
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zuließen, während hunderttausende Russen ruhig in der Welt herumfuhren.
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Im Laufe dieser drei Jahre hatte sich aber gerade für Georg vieles
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verändert. Von dem Todesfall von Georgs Mutter, der vor etwa zwei Jahren
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erfolgt war und seit welchem Georg mit seinem alten Vater in gemeinsamer
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Wirtschaft lebte, hatte der Freund wohl noch erfahren und sein Beileid
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in einem Brief mit einer Trockenheit ausgedrückt, die ihren Grund nur
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darin haben konnte, daß die Trauer über ein solches Ereignis in der
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Fremde ganz unvorstellbar wird. Nun hatte aber Georg seit jener Zeit,
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so wie alles andere, auch sein Geschäft mit größerer Entschlossenheit
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angepackt. Vielleicht hatte ihn der Vater bei Lebzeiten der Mutter
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dadurch, daß er im Geschäft nur seine Ansicht gelten lassen wollte, an
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einer wirklichen eigenen Tätigkeit gehindert, vielleicht war der Vater
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seit dem Tode der Mutter, trotzdem er noch immer im Geschäft arbeitete,
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zurückhaltender geworden, vielleicht spielten -- was sogar sehr
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wahrscheinlich war -- glückliche Zufälle eine weit wichtigere Rolle,
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jedenfalls aber hatte sich das Geschäft in diesen zwei Jahren ganz
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unerwartet entwickelt, das Personal hatte man verdoppeln müssen, der
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Umsatz hatte sich verfünffacht, ein weiterer Fortschritt stand
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zweifellos bevor.
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Der Freund aber hatte keine Ahnung von dieser Veränderung. Früher, zum
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letztenmal vielleicht in jenem Beileidsbrief, hatte er Georg zur
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Auswanderung nach Rußland überreden wollen und sich über die Aussichten
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verbreitet, die gerade für Georgs Geschäftszweig in Petersburg
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bestanden. Die Ziffern waren verschwindend gegenüber dem Umfang, den
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Georgs Geschäft jetzt angenommen hatte. Georg aber hatte keine Lust
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gehabt, dem Freund von seinen geschäftlichen Erfolgen zu schreiben, und
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hätte er es jetzt nachträglich getan, es hätte wirklich einen
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merkwürdigen Anschein gehabt.
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So beschränkte sich Georg darauf, dem Freund immer nur über
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bedeutungslose Vorfälle zu schreiben, wie sie sich, wenn man an einem
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ruhigen Sonntag nachdenkt, in der Erinnerung ungeordnet aufhäufen. Er
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wollte nichts anderes, als die Vorstellung ungestört lassen, die sich
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der Freund von der Heimatstadt in der langen Zwischenzeit wohl gemacht
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und mit welcher er sich abgefunden hatte. So geschah es Georg, daß er
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dem Freund die Verlobung eines gleichgültigen Menschen mit einem ebenso
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gleichgültigen Mädchen dreimal in ziemlich weit auseinanderliegenden
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Briefen anzeigte, bis sich dann allerdings der Freund, ganz gegen Georgs
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Absicht, für diese Merkwürdigkeit zu interessieren begann.
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Georg schrieb ihm aber solche Dinge viel lieber, als daß er zugestanden
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hätte, daß er selbst vor einem Monat mit einem Fräulein Frieda
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Brandenfeld, einem Mädchen aus wohlhabender Familie, sich verlobt hatte.
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Oft sprach er mit seiner Braut über diesen Freund und das besondere
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Korrespondenzverhältnis, in welchem er zu ihm stand. »Er wird also gar
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nicht zu unserer Hochzeit kommen,« sagte sie, »und ich habe doch das
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Recht, alle deine Freunde kennen zu lernen.« »Ich will ihn nicht
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stören,« antwortete Georg, »verstehe mich recht, er würde wahrscheinlich
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kommen, wenigstens glaube ich es, aber er würde sich gezwungen und
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geschädigt fühlen, vielleicht mich beneiden und sicher unzufrieden und
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unfähig, diese Unzufriedenheit jemals zu beseitigen, allein wieder
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zurückfahren. Allein -- weißt du, was das ist?« »Ja, kann er denn von
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unserer Heirat nicht auch auf andere Weise erfahren?« »Das kann ich
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allerdings nicht verhindern, aber es ist bei seiner Lebensweise
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unwahrscheinlich.« »Wenn du solche Freunde hast, Georg, hättest du dich
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überhaupt nicht verloben sollen.« »Ja, das ist unser beider Schuld; aber
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ich wollte es auch jetzt nicht anders haben.« Und wenn sie dann, rasch
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atmend unter seinen Küssen, noch vorbrachte: »Eigentlich kränkt es mich
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doch«, hielt er es wirklich für unverfänglich, dem Freund alles zu
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schreiben. »So bin ich und so hat er mich hinzunehmen«, sagte er sich,
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»ich kann nicht aus mir einen Menschen herausschneiden, der vielleicht
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für die Freundschaft mit ihm geeigneter wäre, als ich es bin.«
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Und tatsächlich berichtete er seinem Freunde in dem langen Brief, den er
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an diesem Sonntagvormittag schrieb, die erfolgte Verlobung mit folgenden
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Worten: »Die beste Neuigkeit habe ich mir bis zum Schluß aufgespart. Ich
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habe mich mit einem Fräulein Frieda Brandenfeld verlobt, einem Mädchen
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aus einer wohlhabenden Familie, die sich hier erst lange nach Deiner
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Abreise angesiedelt hat, die Du also kaum kennen dürftest. Es wird sich
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noch Gelegenheit finden, Dir Näheres über meine Braut mitzuteilen, heute
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genüge Dir, daß ich recht glücklich bin und daß sich in unserem
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gegenseitigen Verhältnis nur insofern etwas geändert hat, als Du jetzt
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in mir statt eines ganz gewöhnlichen Freundes einen glücklichen Freund
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haben wirst. Außerdem bekommst Du in meiner Braut, die Dich herzlich
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grüßen läßt, und die Dir nächstens selbst schreiben wird, eine
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aufrichtige Freundin, was für einen Junggesellen nicht ganz ohne
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Bedeutung ist. Ich weiß, es hält Dich vielerlei von einem Besuche bei
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uns zurück, wäre aber nicht gerade meine Hochzeit die richtige
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Gelegenheit, einmal alle Hindernisse über den Haufen zu werfen? Aber wie
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dies auch sein mag, handle ohne alle Rücksicht und nur nach Deiner
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Wohlmeinung.«
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Mit diesem Brief in der Hand war Georg lange, das Gesicht dem Fenster
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zugekehrt, an seinem Schreibtisch gesessen. Einem Bekannten, der ihn im
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Vorübergehen von der Gasse aus gegrüßt hatte, hatte er kaum mit einem
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abwesenden Lächeln geantwortet.
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Endlich steckte er den Brief in die Tasche und ging aus seinem Zimmer
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quer durch einen kleinen Gang in das Zimmer seines Vaters, in dem er
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schon seit Monaten nicht gewesen war. Es bestand auch sonst keine
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Nötigung dazu, denn er verkehrte mit seinem Vater ständig im Geschäft,
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das Mittagessen nahmen sie gleichzeitig in einem Speisehaus ein, abends
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versorgte sich zwar jeder nach Belieben, doch saßen sie dann meistens,
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wenn nicht Georg, wie es am häufigsten geschah, mit Freunden beisammen
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war oder jetzt seine Braut besuchte, noch ein Weilchen, jeder mit seiner
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Zeitung, im gemeinsamen Wohnzimmer.
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Georg staunte darüber, wie dunkel das Zimmer des Vaters selbst an diesem
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sonnigen Vormittag war. Einen solchen Schatten warf also die hohe Mauer,
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die sich jenseits des schmalen Hofes erhob. Der Vater saß beim Fenster
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in einer Ecke, die mit verschiedenen Andenken an die selige Mutter
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ausgeschmückt war, und las die Zeitung, die er seitlich vor die Augen
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hielt, wodurch er irgendeine Augenschwäche auszugleichen suchte. Auf dem
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Tisch standen die Reste des Frühstücks, von dem nicht viel verzehrt zu
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sein schien.
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»Ah, Georg!« sagte der Vater und ging ihm gleich entgegen. Sein schwerer
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Schlafrock öffnete sich im Gehen, die Enden umflatterten ihn -- »mein
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Vater ist noch immer ein Riese«, sagte sich Georg.
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»Hier ist es ja unerträglich dunkel«, sagte er dann.
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»Ja, dunkel ist es schon«, antwortete der Vater.
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»Das Fenster hast du auch geschlossen?«
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»Ich habe es lieber so.«
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»Es ist ja ganz warm draußen«, sagte Georg, wie im Nachhang zu dem
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Früheren, und setzte sich.
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Der Vater räumte das Frühstücksgeschirr ab und stellte es auf einen
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Kasten.
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»Ich wollte dir eigentlich nur sagen,« fuhr Georg fort, der den
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Bewegungen des alten Mannes ganz verloren folgte, »daß ich nun doch nach
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Petersburg meine Verlobung angezeigt habe.« Er zog den Brief ein wenig
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aus der Tasche und ließ ihn wieder zurückfallen.
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»Nach Petersburg?« fragte der Vater.
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»Meinem Freunde doch«, sagte Georg und suchte des Vaters Augen. -- »Im
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Geschäft ist er doch ganz anders,« dachte er, »wie er hier breit sitzt
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und die Arme über der Brust kreuzt.«
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»Ja. Deinem Freunde«, sagte der Vater mit Betonung.
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»Du weißt doch, Vater, daß ich ihm meine Verlobung zuerst verschweigen
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wollte. Aus Rücksichtnahme, aus keinem anderen Grunde sonst. Du weißt
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selbst, er ist ein schwieriger Mensch. Ich sagte mir, von anderer Seite
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kann er von meiner Verlobung wohl erfahren, wenn das auch bei seiner
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einsamen Lebensweise kaum wahrscheinlich ist -- das kann ich nicht
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hindern --, aber von mir selbst soll er es nun einmal nicht erfahren.«
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»Und jetzt hast du es dir wieder anders überlegt?« fragte der Vater,
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legte die große Zeitung auf den Fensterbord und auf die Zeitung die
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Brille, die er mit der Hand bedeckte.
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»Ja, jetzt habe ich es mir wieder überlegt. Wenn er mein guter Freund
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ist, sagte ich mir, dann ist meine glückliche Verlobung auch für ihn ein
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Glück. Und deshalb habe ich nicht mehr gezögert, es ihm anzuzeigen. Ehe
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ich jedoch den Brief einwarf, wollte ich es dir sagen.«
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»Georg,« sagte der Vater und zog den zahnlosen Mund in die Breite, »hör'
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einmal! Du bist wegen dieser Sache zu mir gekommen, um dich mit mir zu
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beraten. Das ehrt dich ohne Zweifel. Aber es ist nichts, es ist ärger
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als nichts, wenn du mir jetzt nicht die volle Wahrheit sagst. Ich will
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nicht Dinge aufrühren, die nicht hierher gehören. Seit dem Tode unserer
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teueren Mutter sind gewisse unschöne Dinge vorgegangen. Vielleicht kommt
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auch für sie die Zeit und vielleicht kommt sie früher, als wir denken.
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Im Geschäft entgeht mir manches, es wird mir vielleicht nicht verborgen
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-- ich will jetzt gar nicht die Annahme machen, daß es mir verborgen
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wird --, ich bin nicht mehr kräftig genug, mein Gedächtnis läßt nach,
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ich habe nicht mehr den Blick für alle die vielen Sachen. Das ist
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erstens der Ablauf der Natur, und zweitens hat mich der Tod unseres
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Mütterchens viel mehr niedergeschlagen als dich. -- Aber weil wir gerade
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bei dieser Sache halten, bei diesem Brief, so bitte ich dich, Georg,
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täusche mich nicht. Es ist eine Kleinigkeit, es ist nicht des Atems
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wert, also täusche mich nicht. Hast du wirklich diesen Freund in
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Petersburg?«
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Georg stand verlegen auf. »Lassen wir meine Freunde sein. Tausend
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Freunde ersetzen mir nicht meinen Vater. Weißt du, was ich glaube? Du
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schonst dich nicht genug. Aber das Alter verlangt seine Rechte. Du bist
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mir im Geschäft unentbehrlich, das weißt du ja sehr genau, aber wenn das
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Geschäft deine Gesundheit bedrohen sollte, sperre ich es noch morgen für
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immer. Das geht nicht. Wir müssen da eine andere Lebensweise für dich
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einführen. Aber von Grund aus. Du sitzt hier im Dunkel, und im
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Wohnzimmer hättest du schönes Licht. Du nippst vom Frühstück, statt dich
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ordentlich zu stärken. Du sitzt bei geschlossenem Fenster, und die Luft
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würde dir so gut tun. Nein, mein Vater! Ich werde den Arzt holen und
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seinen Vorschriften werden wir folgen. Die Zimmer werden wir wechseln,
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du wirst ins Vorderzimmer ziehen, ich hierher. Es wird keine Veränderung
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für dich sein, alles wird mit übertragen werden. Aber das alles hat
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Zeit, jetzt lege dich noch ein wenig ins Bett, du brauchst unbedingt
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Ruhe. Komm, ich werde dir beim Ausziehn helfen, du wirst sehn, ich kann
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es. Oder willst du gleich ins Vorderzimmer gehn, dann legst du dich
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vorläufig in mein Bett. Das wäre übrigens sehr vernünftig.«
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Georg stand knapp neben seinem Vater, der den Kopf mit dem struppigen
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weißen Haar auf die Brust hatte sinken lassen.
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»Georg«, sagte der Vater leise, ohne Bewegung.
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Georg kniete sofort neben dem Vater nieder, er sah die Pupillen in dem
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müden Gesicht des Vaters übergroß in den Winkeln der Augen auf sich
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gerichtet.
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»Du hast keinen Freund in Petersburg. Du bist immer ein Spaßmacher
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gewesen und hast dich auch mir gegenüber nicht zurückgehalten. Wie
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solltest du denn gerade dort einen Freund haben! Das kann ich gar nicht
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glauben.«
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»Denk doch noch einmal nach, Vater,« sagte Georg, hob den Vater vom
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Sessel und zog ihm, wie er nun doch recht schwach dastand, den
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|
Schlafrock aus, »jetzt wird es bald drei Jahre her sein, da war ja mein
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Freund bei uns zu Besuch. Ich erinnere mich noch, daß du ihn nicht
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besonders gern hattest. Wenigstens zweimal habe ich ihn vor dir
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verleugnet, trotzdem er gerade bei mir im Zimmer saß. Ich konnte ja
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deine Abneigung gegen ihn ganz gut verstehn, mein Freund hat seine
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|
Eigentümlichkeiten. Aber dann hast du dich doch auch wieder ganz gut mit
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|
ihm unterhalten. Ich war damals noch so stolz darauf, daß du ihm
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zuhörtest, nicktest und fragtest. Wenn du nachdenkst, mußt du dich
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erinnern. Er erzählte damals unglaubliche Geschichten von der russischen
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Revolution. Wie er z. B. auf einer Geschäftsreise in Kiew bei einem
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|
Tumult einen Geistlichen auf einem Balkon gesehen hatte, der sich ein
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|
breites Blutkreuz in die flache Hand schnitt, diese Hand erhob und die
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Menge anrief. Du hast ja selbst diese Geschichte hie und da
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wiedererzählt.«
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Währenddessen war es Georg gelungen, den Vater wieder niederzusetzen und
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ihm die Trikothose, die er über den Leinenunterhosen trug, sowie die
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Socken vorsichtig auszuziehn. Beim Anblick der nicht besonders reinen
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Wäsche machte er sich Vorwürfe, den Vater vernachlässigt zu haben. Es
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wäre sicherlich auch seine Pflicht gewesen, über den Wäschewechsel
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seines Vaters zu wachen. Er hatte mit seiner Braut darüber, wie sie die
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|
Zukunft des Vaters einrichten wollten, noch nicht ausdrücklich
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|
gesprochen, denn sie hatten stillschweigend vorausgesetzt, daß der Vater
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|
allein in der alten Wohnung bleiben würde. Doch jetzt entschloß er sich
|
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|
kurz mit aller Bestimmtheit, den Vater in seinen künftigen Haushalt
|
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|
mitzunehmen. Es schien ja fast, wenn man genauer zusah, daß die Pflege,
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|
die dort dem Vater bereitet werden sollte, zu spät kommen könnte.
|
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|
Auf seinen Armen trug er den Vater ins Bett. Ein schreckliches Gefühl
|
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|
hatte er, als er während der paar Schritte zum Bett hin merkte, daß an
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|
seiner Brust der Vater mit seiner Uhrkette spiele. Er konnte ihn nicht
|
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|
gleich ins Bett legen, so fest hielt er sich an dieser Uhrkette.
|
||||||
|
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|
Kaum war er aber im Bett, schien alles gut. Er deckte sich selbst zu und
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|
zog dann die Bettdecke noch besonders weit über die Schulter. Er sah
|
||||||
|
nicht unfreundlich zu Georg hinauf.
|
||||||
|
|
||||||
|
»Nicht wahr, du erinnerst dich schon an ihn?« fragte Georg und nickte
|
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|
ihm aufmunternd zu.
|
||||||
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|
»Bin ich jetzt gut zugedeckt?« fragte der Vater, als könne er nicht
|
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|
nachschauen, ob die Füße genug bedeckt seien.
|
||||||
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|
»Es gefällt dir also schon im Bett«, sagte Georg und legte das Deckzeug
|
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|
besser um ihn.
|
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|
»Bin ich gut zugedeckt?« fragte der Vater noch einmal und schien auf die
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||||||
|
Antwort besonders aufzupassen.
|
||||||
|
|
||||||
|
»Sei nur ruhig, du bist gut zugedeckt.«
|
||||||
|
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||||||
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»Nein!« rief der Vater, daß die Antwort an die Frage stieß, warf die
|
||||||
|
Decke zurück mit einer Kraft, daß sie einen Augenblick im Fluge sich
|
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ganz entfaltete, und stand aufrecht im Bett. Nur eine Hand hielt er
|
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|
leicht an den Plafond. »Du wolltest mich zudecken, das weiß ich, mein
|
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|
Früchtchen, aber zugedeckt bin ich noch nicht. Und ist es auch die
|
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letzte Kraft, genug für dich, zuviel für dich. Wohl kenne ich deinen
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Freund. Er wäre ein Sohn nach meinem Herzen. Darum hast du ihn auch
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betrogen die ganzen Jahre lang. Warum sonst? Glaubst du, ich habe nicht
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um ihn geweint? Darum doch sperrst du dich in dein Bureau, niemand soll
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stören, der Chef ist beschäftigt -- nur damit du deine falschen
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Briefchen nach Rußland schreiben kannst. Aber den Vater muß
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glücklicherweise niemand lehren, den Sohn zu durchschauen. Wie du jetzt
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geglaubt hast, du hättest ihn untergekriegt, so untergekriegt, daß du
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dich mit deinem Hintern auf ihn setzen kannst und er rührt sich nicht,
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da hat sich mein Herr Sohn zum Heiraten entschlossen!«
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Georg sah zum Schreckbild seines Vaters auf. Der Petersburger Freund,
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den der Vater plötzlich so gut kannte, ergriff ihn, wie noch nie.
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Verloren im weiten Rußland sah er ihn. An der Türe des leeren,
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ausgeraubten Geschäftes sah er ihn. Zwischen den Trümmern der Regale,
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den zerfetzten Waren, den fallenden Gasarmen stand er gerade noch. Warum
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hatte er so weit wegfahren müssen!
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»Aber schau mich an!« rief der Vater, und Georg lief, fast zerstreut,
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zum Bett, um alles zu fassen, stockte aber in der Mitte des Weges.
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»Weil sie die Röcke gehoben hat,« fing der Vater zu flöten an, »weil sie
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die Röcke so gehoben hat, die widerliche Gans,« und er hob, um das
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darzustellen, sein Hemd so hoch, daß man auf seinem Oberschenkel die
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Narbe aus seinen Kriegsjahren sah, »weil sie die Röcke so und so und so
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gehoben hat, hast du dich an sie herangemacht, und damit du an ihr ohne
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Störung dich befriedigen kannst, hast du unserer Mutter Andenken
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geschändet, den Freund verraten und deinen Vater ins Bett gesteckt,
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damit er sich nicht rühren kann. Aber kann er sich rühren oder nicht?«
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Und er stand vollkommen frei und warf die Beine. Er strahlte vor
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Einsicht.
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Georg stand in einem Winkel, möglichst weit vom Vater. Vor einer langen
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Weile hatte er sich fest entschlossen, alles vollkommen genau zu
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beobachten, damit er nicht irgendwie auf Umwegen, von hinten her, von
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oben herab überrascht werden könne. Jetzt erinnerte er sich wieder an
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den längst vergessenen Entschluß und vergaß ihn, wie man einen kurzen
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Faden durch ein Nadelöhr zieht.
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»Aber der Freund ist nun doch nicht verraten!« rief der Vater, und sein
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hin- und herbewegter Zeigefinger bekräftigte es. »Ich war sein Vertreter
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hier am Ort.«
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»Komödiant!« konnte sich Georg zu rufen nicht enthalten, erkannte sofort
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den Schaden und biß, nur zu spät, -- die Augen erstarrt -- in seine
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Zunge, daß er vor Schmerz einknickte.
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»Ja, freilich habe ich Komödie gespielt! Komödie! Gutes Wort! Welcher
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andere Trost blieb dem alten verwitweten Vater? Sag -- und für den
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Augenblick der Antwort sei du noch mein lebender Sohn --, was blieb mir
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übrig, in meinem Hinterzimmer, verfolgt vom ungetreuen Personal, alt bis
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in die Knochen? Und mein Sohn ging im Jubel durch die Welt, schloß
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Geschäfte ab, die ich vorbereitet hatte, überpurzelte sich vor Vergnügen
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und ging vor seinem Vater mit dem verschlossenen Gesicht eines
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Ehrenmannes davon! Glaubst du, ich hätte dich nicht geliebt, ich, von
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dem du ausgingst?«
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»Jetzt wird er sich vorbeugen,« dachte Georg, »wenn er fiele und
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zerschmetterte!« Dieses Wort durchzischte seinen Kopf.
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Der Vater beugte sich vor, fiel aber nicht. Da Georg sich nicht näherte,
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wie er erwartet hatte, erhob er sich wieder.
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»Bleib, wo du bist, ich brauche dich nicht! Du denkst, du hast noch die
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Kraft, hierher zu kommen und hältst dich bloß zurück, weil du so willst.
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Daß du dich nicht irrst! Ich bin noch immer der viel Stärkere. Allein
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hätte ich vielleicht zurückweichen müssen, aber so hat mir die Mutter
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ihre Kraft abgegeben, mit deinem Freund habe ich mich herrlich
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verbunden, deine Kundschaft habe ich hier in der Tasche!«
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»Sogar im Hemd hat er Taschen!« sagte sich Georg und glaubte, er könne
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ihn mit dieser Bemerkung in der ganzen Welt unmöglich machen. Nur einen
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Augenblick dachte er das, denn immerfort vergaß er alles.
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»Häng dich nur in deine Braut ein und komm mir entgegen! Ich fege sie
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dir von der Seite weg, du weißt nicht wie!«
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Georg machte Grimassen, als glaube er das nicht. Der Vater nickte bloß,
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die Wahrheit dessen, was er sagte, beteuernd, in Georgs Ecke hin.
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»Wie hast du mich doch heute unterhalten, als du kamst und fragtest, ob
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du deinem Freund von der Verlobung schreiben sollst. Er weiß doch
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alles, dummer Junge, er weiß doch alles! Ich schrieb ihm doch, weil du
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vergessen hast, mir das Schreibzeug wegzunehmen. Darum kommt er schon
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seit Jahren nicht, er weiß ja alles hundertmal besser als du selbst,
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deine Briefe zerknüllt er ungelesen in der linken Hand, während er in
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der Rechten meine Briefe zum Lesen sich vorhält!«
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Seinen Arm schwang er vor Begeisterung über dem Kopf. »Er weiß alles
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tausendmal besser!« rief er.
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»Zehntausendmal!« sagte Georg, um den Vater zu verlachen, aber noch in
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seinem Munde bekam das Wort einen toternsten Klang.
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»Seit Jahren passe ich schon auf, daß du mit dieser Frage kämest!
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Glaubst du, mich kümmert etwas anderes? Glaubst du, ich lese Zeitungen?
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Da!« und er warf Georg ein Zeitungsblatt, das irgendwie mit ins Bett
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getragen worden war, zu. Eine alte Zeitung, mit einem Georg schon ganz
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unbekannten Namen.
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»Wie lange hast du gezögert, ehe du reif geworden bist! Die Mutter mußte
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sterben, sie konnte den Freudentag nicht erleben, der Freund geht
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zugrunde in seinem Rußland, schon vor drei Jahren war er gelb zum
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Wegwerfen, und ich, du siehst ja, wie es mit mir steht. Dafür hast du
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doch Augen!«
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»Du hast mir also aufgelauert!« rief Georg.
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Mitleidig sagte der Vater nebenbei: »Das wolltest du wahrscheinlich
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früher sagen. Jetzt paßt es ja gar nicht mehr.«
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Und lauter: »Jetzt weißt du also, was es noch außer dir gab, bisher
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|
wußtest du nur von dir! Ein unschuldiges Kind warst du ja eigentlich,
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|
aber noch eigentlicher warst du ein teuflischer Mensch! -- Und darum
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|
wisse: Ich verurteile dich jetzt zum Tode des Ertrinkens!«
|
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|
Georg fühlte sich aus dem Zimmer gejagt, den Schlag, mit dem der Vater
|
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|
hinter ihm aufs Bett stürzte, trug er noch in den Ohren davon. Auf der
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|
Treppe, über deren Stufen er wie über eine schiefe Fläche eilte,
|
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|
überrumpelte er seine Bedienerin, die im Begriffe war heraufzugehen, um
|
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die Wohnung nach der Nacht aufzuräumen. »Jesus!« rief sie und verdeckte
|
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|
mit der Schürze das Gesicht, aber er war schon davon. Aus dem Tor
|
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sprang er, über die Fahrbahn zum Wasser trieb es ihn. Schon hielt er das
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|
Geländer fest, wie ein Hungriger die Nahrung. Er schwang sich über, als
|
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|
der ausgezeichnete Turner, der er in seinen Jugendjahren zum Stolz
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|
seiner Eltern gewesen war. Noch hielt er sich mit schwächer werdenden
|
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|
Händen fest, erspähte zwischen den Geländerstangen einen Autoomnibus,
|
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|
der mit Leichtigkeit seinen Fall übertönen würde, rief leise: »Liebe
|
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Eltern, ich habe euch doch immer geliebt«, und ließ sich hinabfallen.
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|
In diesem Augenblick ging über die Brücke ein geradezu unendlicher
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|
Verkehr.
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|
Von demselben Verfasser erschien ferner:
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|
Betrachtungen. 2. Auflage
|
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|
Geheftet M. 2.50, Pappband M. 3.50
|
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|
Halblederband M. 4.50
|
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|
||||||
|
Der Heizer. Ein Fragment
|
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|
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|
Geheftet M. 0.80, Gebunden M. 1.50
|
||||||
|
|
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|
Die Verwandlung. Novelle
|
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|
|
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|
Geheftet M. 1.60, Gebunden M. 2.50
|
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|
KURT WOLFF VERLAG - LEIPZIG
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*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS URTEIL: EINE GESCHICHTE ***
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Updated editions will replace the previous one—the old editions will
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agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg™
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electronic works. See paragraph 1.E below.
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1.F.
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Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of
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exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
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from people in all walks of life.
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Volunteers and financial support to provide volunteers with the
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assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg™’s
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goals and ensuring that the Project Gutenberg™ collection will
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remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
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Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
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and permanent future for Project Gutenberg™ and future
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generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
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Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
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Sections 3 and 4 and the Foundation information page at www.gutenberg.org.
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Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
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The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non-profit
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501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
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state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
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Revenue Service. The Foundation’s EIN or federal tax identification
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number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
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Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up
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to date contact information can be found at the Foundation’s website
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and official page at www.gutenberg.org/contact
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Literary Archive Foundation
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Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without widespread
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public support and donations to carry out its mission of
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increasing the number of public domain and licensed works that can be
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freely distributed in machine-readable form accessible by the widest
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array of equipment including outdated equipment. Many small donations
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($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
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The Foundation is committed to complying with the laws regulating
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charities and charitable donations in all 50 states of the United
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States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
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The Project Gutenberg eBook of Das Urteil: Eine Geschichte
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Title: Das Urteil: Eine Geschichte
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Author: Franz Kafka
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Release date: May 24, 2007 [eBook #21593]
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Language: German
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Credits: Produced by Jana Srna, Alexander Bauer and the Online
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Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
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*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS URTEIL: EINE GESCHICHTE ***
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Produced by Jana Srna, Alexander Bauer and the Online
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DAS URTEIL
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EINE GESCHICHTE
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VON
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FRANZ KAFKA
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LEIPZIG
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KURT WOLFF VERLAG
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1916
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Gedruckt bei E. Haberland in Leipzig-R. September 1916 als
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vierunddreißigster Band der Bücherei »Der jüngste Tag«
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Copyright 1916 by Kurt Wolff Verlag - Leipzig
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FÜR F.
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Es war an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr. Georg Bendemann,
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ein junger Kaufmann, saß in seinem Privatzimmer im ersten Stock eines
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der niedrigen, leichtgebauten Häuser, die entlang des Flusses in einer
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langen Reihe, fast nur in der Höhe und Färbung unterschieden, sich
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hinzogen. Er hatte gerade einen Brief an einen sich im Ausland
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befindenden Jugendfreund beendet, verschloß ihn in spielerischer
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Langsamkeit und sah dann, den Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt,
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aus dem Fenster auf den Fluß, die Brücke und die Anhöhen am anderen Ufer
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mit ihrem schwachen Grün.
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Er dachte darüber nach, wie dieser Freund, mit seinem Fortkommen zu
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Hause unzufrieden, vor Jahren schon nach Rußland sich förmlich
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geflüchtet hatte. Nun betrieb er ein Geschäft in Petersburg, das anfangs
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sich sehr gut angelassen hatte, seit langem aber schon zu stocken
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schien, wie der Freund bei seinen immer seltener werdenden Besuchen
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klagte. So arbeitete er sich in der Fremde nutzlos ab, der fremdartige
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|
Vollbart verdeckte nur schlecht das seit den Kinderjahren wohlbekannte
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Gesicht, dessen gelbe Hautfarbe auf eine sich entwickelnde Krankheit
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hinzudeuten schien. Wie er erzählte, hatte er keine rechte Verbindung
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mit der dortigen Kolonie seiner Landsleute, aber auch fast keinen
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gesellschaftlichen Verkehr mit einheimischen Familien und richtete sich
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so für ein endgültiges Junggesellentum ein.
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Was wollte man einem solchen Manne schreiben, der sich offenbar verrannt
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hatte, den man bedauern, dem man aber nicht helfen konnte. Sollte man
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ihm vielleicht raten, wieder nach Hause zu kommen, seine Existenz
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hierher zu verlegen, alle die alten freundschaftlichen Beziehungen
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wieder aufzunehmen -- wofür ja kein Hindernis bestand -- und im übrigen
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auf die Hilfe der Freunde zu vertrauen? Das bedeutete aber nichts
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anderes, als daß man ihm gleichzeitig, je schonender, desto kränkender,
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sagte, daß seine bisherigen Versuche mißlungen seien, daß er endlich
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von ihnen ablassen solle, daß er zurückkehren und sich als ein für immer
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Zurückgekehrter von allen mit großen Augen anstaunen lassen müsse, daß
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nur seine Freunde etwas verstünden und daß er ein altes Kind sei, das
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den erfolgreichen, zu Hause gebliebenen Freunden einfach zu folgen habe.
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Und war es dann noch sicher, daß alle die Plage, die man ihm antun
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müßte, einen Zweck hätte? Vielleicht gelang es nicht einmal, ihn
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überhaupt nach Hause zu bringen -- er sagte ja selbst, daß er die
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Verhältnisse in der Heimat nicht mehr verstünde --, und so bliebe er
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dann trotz allem in seiner Fremde, verbittert durch die Ratschläge und
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den Freunden noch ein Stück mehr entfremdet. Folgte er aber wirklich dem
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Rat und würde hier -- natürlich nicht mit Absicht, aber durch die
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Tatsachen -- niedergedrückt, fände sich nicht in seinen Freunden und
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nicht ohne sie zurecht, litte an Beschämung, hätte jetzt wirklich keine
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Heimat und keine Freunde mehr, war es da nicht viel besser für ihn, er
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blieb in der Fremde, so wie er war? Konnte man denn bei solchen
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Umständen daran denken, daß er es hier tatsächlich vorwärts bringen
|
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würde?
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Aus diesen Gründen konnte man ihm, wenn man noch überhaupt die
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briefliche Verbindung aufrecht erhalten wollte, keine eigentlichen
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Mitteilungen machen, wie man sie ohne Scheu auch den entferntesten
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Bekannten machen würde. Der Freund war nun schon über drei Jahre nicht
|
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in der Heimat gewesen und erklärte dies sehr notdürftig mit der
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|
Unsicherheit der politischen Verhältnisse in Rußland, die demnach also
|
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|
auch die kürzeste Abwesenheit eines kleinen Geschäftsmannes nicht
|
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|
zuließen, während hunderttausende Russen ruhig in der Welt herumfuhren.
|
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|
Im Laufe dieser drei Jahre hatte sich aber gerade für Georg vieles
|
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verändert. Von dem Todesfall von Georgs Mutter, der vor etwa zwei Jahren
|
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|
erfolgt war und seit welchem Georg mit seinem alten Vater in gemeinsamer
|
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|
Wirtschaft lebte, hatte der Freund wohl noch erfahren und sein Beileid
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in einem Brief mit einer Trockenheit ausgedrückt, die ihren Grund nur
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|
darin haben konnte, daß die Trauer über ein solches Ereignis in der
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|
Fremde ganz unvorstellbar wird. Nun hatte aber Georg seit jener Zeit,
|
||||||
|
so wie alles andere, auch sein Geschäft mit größerer Entschlossenheit
|
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|
angepackt. Vielleicht hatte ihn der Vater bei Lebzeiten der Mutter
|
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|
dadurch, daß er im Geschäft nur seine Ansicht gelten lassen wollte, an
|
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|
einer wirklichen eigenen Tätigkeit gehindert, vielleicht war der Vater
|
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|
seit dem Tode der Mutter, trotzdem er noch immer im Geschäft arbeitete,
|
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|
zurückhaltender geworden, vielleicht spielten -- was sogar sehr
|
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|
wahrscheinlich war -- glückliche Zufälle eine weit wichtigere Rolle,
|
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|
jedenfalls aber hatte sich das Geschäft in diesen zwei Jahren ganz
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|
unerwartet entwickelt, das Personal hatte man verdoppeln müssen, der
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|
Umsatz hatte sich verfünffacht, ein weiterer Fortschritt stand
|
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zweifellos bevor.
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Der Freund aber hatte keine Ahnung von dieser Veränderung. Früher, zum
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|
letztenmal vielleicht in jenem Beileidsbrief, hatte er Georg zur
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|
Auswanderung nach Rußland überreden wollen und sich über die Aussichten
|
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|
verbreitet, die gerade für Georgs Geschäftszweig in Petersburg
|
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bestanden. Die Ziffern waren verschwindend gegenüber dem Umfang, den
|
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|
Georgs Geschäft jetzt angenommen hatte. Georg aber hatte keine Lust
|
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|
gehabt, dem Freund von seinen geschäftlichen Erfolgen zu schreiben, und
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|
hätte er es jetzt nachträglich getan, es hätte wirklich einen
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merkwürdigen Anschein gehabt.
|
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So beschränkte sich Georg darauf, dem Freund immer nur über
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|
bedeutungslose Vorfälle zu schreiben, wie sie sich, wenn man an einem
|
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|
ruhigen Sonntag nachdenkt, in der Erinnerung ungeordnet aufhäufen. Er
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wollte nichts anderes, als die Vorstellung ungestört lassen, die sich
|
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|
der Freund von der Heimatstadt in der langen Zwischenzeit wohl gemacht
|
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und mit welcher er sich abgefunden hatte. So geschah es Georg, daß er
|
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|
dem Freund die Verlobung eines gleichgültigen Menschen mit einem ebenso
|
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|
gleichgültigen Mädchen dreimal in ziemlich weit auseinanderliegenden
|
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Briefen anzeigte, bis sich dann allerdings der Freund, ganz gegen Georgs
|
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|
Absicht, für diese Merkwürdigkeit zu interessieren begann.
|
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|
Georg schrieb ihm aber solche Dinge viel lieber, als daß er zugestanden
|
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|
hätte, daß er selbst vor einem Monat mit einem Fräulein Frieda
|
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|
Brandenfeld, einem Mädchen aus wohlhabender Familie, sich verlobt hatte.
|
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|
Oft sprach er mit seiner Braut über diesen Freund und das besondere
|
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|
Korrespondenzverhältnis, in welchem er zu ihm stand. »Er wird also gar
|
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|
nicht zu unserer Hochzeit kommen,« sagte sie, »und ich habe doch das
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|
Recht, alle deine Freunde kennen zu lernen.« »Ich will ihn nicht
|
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|
stören,« antwortete Georg, »verstehe mich recht, er würde wahrscheinlich
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kommen, wenigstens glaube ich es, aber er würde sich gezwungen und
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|
geschädigt fühlen, vielleicht mich beneiden und sicher unzufrieden und
|
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|
unfähig, diese Unzufriedenheit jemals zu beseitigen, allein wieder
|
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zurückfahren. Allein -- weißt du, was das ist?« »Ja, kann er denn von
|
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|
unserer Heirat nicht auch auf andere Weise erfahren?« »Das kann ich
|
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|
allerdings nicht verhindern, aber es ist bei seiner Lebensweise
|
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|
unwahrscheinlich.« »Wenn du solche Freunde hast, Georg, hättest du dich
|
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|
überhaupt nicht verloben sollen.« »Ja, das ist unser beider Schuld; aber
|
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|
ich wollte es auch jetzt nicht anders haben.« Und wenn sie dann, rasch
|
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|
atmend unter seinen Küssen, noch vorbrachte: »Eigentlich kränkt es mich
|
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|
doch«, hielt er es wirklich für unverfänglich, dem Freund alles zu
|
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|
schreiben. »So bin ich und so hat er mich hinzunehmen«, sagte er sich,
|
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|
»ich kann nicht aus mir einen Menschen herausschneiden, der vielleicht
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|
für die Freundschaft mit ihm geeigneter wäre, als ich es bin.«
|
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Und tatsächlich berichtete er seinem Freunde in dem langen Brief, den er
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|
an diesem Sonntagvormittag schrieb, die erfolgte Verlobung mit folgenden
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Worten: »Die beste Neuigkeit habe ich mir bis zum Schluß aufgespart. Ich
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habe mich mit einem Fräulein Frieda Brandenfeld verlobt, einem Mädchen
|
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|
aus einer wohlhabenden Familie, die sich hier erst lange nach Deiner
|
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|
Abreise angesiedelt hat, die Du also kaum kennen dürftest. Es wird sich
|
||||||
|
noch Gelegenheit finden, Dir Näheres über meine Braut mitzuteilen, heute
|
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|
genüge Dir, daß ich recht glücklich bin und daß sich in unserem
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|
gegenseitigen Verhältnis nur insofern etwas geändert hat, als Du jetzt
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|
in mir statt eines ganz gewöhnlichen Freundes einen glücklichen Freund
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|
haben wirst. Außerdem bekommst Du in meiner Braut, die Dich herzlich
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|
grüßen läßt, und die Dir nächstens selbst schreiben wird, eine
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|
aufrichtige Freundin, was für einen Junggesellen nicht ganz ohne
|
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|
Bedeutung ist. Ich weiß, es hält Dich vielerlei von einem Besuche bei
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|
uns zurück, wäre aber nicht gerade meine Hochzeit die richtige
|
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|
Gelegenheit, einmal alle Hindernisse über den Haufen zu werfen? Aber wie
|
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dies auch sein mag, handle ohne alle Rücksicht und nur nach Deiner
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Wohlmeinung.«
|
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Mit diesem Brief in der Hand war Georg lange, das Gesicht dem Fenster
|
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|
zugekehrt, an seinem Schreibtisch gesessen. Einem Bekannten, der ihn im
|
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|
Vorübergehen von der Gasse aus gegrüßt hatte, hatte er kaum mit einem
|
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|
abwesenden Lächeln geantwortet.
|
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|
Endlich steckte er den Brief in die Tasche und ging aus seinem Zimmer
|
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|
quer durch einen kleinen Gang in das Zimmer seines Vaters, in dem er
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|
schon seit Monaten nicht gewesen war. Es bestand auch sonst keine
|
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|
Nötigung dazu, denn er verkehrte mit seinem Vater ständig im Geschäft,
|
||||||
|
das Mittagessen nahmen sie gleichzeitig in einem Speisehaus ein, abends
|
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|
versorgte sich zwar jeder nach Belieben, doch saßen sie dann meistens,
|
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|
wenn nicht Georg, wie es am häufigsten geschah, mit Freunden beisammen
|
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war oder jetzt seine Braut besuchte, noch ein Weilchen, jeder mit seiner
|
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|
Zeitung, im gemeinsamen Wohnzimmer.
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Georg staunte darüber, wie dunkel das Zimmer des Vaters selbst an diesem
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sonnigen Vormittag war. Einen solchen Schatten warf also die hohe Mauer,
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die sich jenseits des schmalen Hofes erhob. Der Vater saß beim Fenster
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in einer Ecke, die mit verschiedenen Andenken an die selige Mutter
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ausgeschmückt war, und las die Zeitung, die er seitlich vor die Augen
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hielt, wodurch er irgendeine Augenschwäche auszugleichen suchte. Auf dem
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Tisch standen die Reste des Frühstücks, von dem nicht viel verzehrt zu
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sein schien.
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»Ah, Georg!« sagte der Vater und ging ihm gleich entgegen. Sein schwerer
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Schlafrock öffnete sich im Gehen, die Enden umflatterten ihn -- »mein
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Vater ist noch immer ein Riese«, sagte sich Georg.
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»Hier ist es ja unerträglich dunkel«, sagte er dann.
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»Ja, dunkel ist es schon«, antwortete der Vater.
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»Das Fenster hast du auch geschlossen?«
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»Ich habe es lieber so.«
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»Es ist ja ganz warm draußen«, sagte Georg, wie im Nachhang zu dem
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Früheren, und setzte sich.
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Der Vater räumte das Frühstücksgeschirr ab und stellte es auf einen
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Kasten.
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»Ich wollte dir eigentlich nur sagen,« fuhr Georg fort, der den
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Bewegungen des alten Mannes ganz verloren folgte, »daß ich nun doch nach
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Petersburg meine Verlobung angezeigt habe.« Er zog den Brief ein wenig
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aus der Tasche und ließ ihn wieder zurückfallen.
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»Nach Petersburg?« fragte der Vater.
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»Meinem Freunde doch«, sagte Georg und suchte des Vaters Augen. -- »Im
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Geschäft ist er doch ganz anders,« dachte er, »wie er hier breit sitzt
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und die Arme über der Brust kreuzt.«
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»Ja. Deinem Freunde«, sagte der Vater mit Betonung.
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»Du weißt doch, Vater, daß ich ihm meine Verlobung zuerst verschweigen
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wollte. Aus Rücksichtnahme, aus keinem anderen Grunde sonst. Du weißt
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selbst, er ist ein schwieriger Mensch. Ich sagte mir, von anderer Seite
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kann er von meiner Verlobung wohl erfahren, wenn das auch bei seiner
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einsamen Lebensweise kaum wahrscheinlich ist -- das kann ich nicht
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hindern --, aber von mir selbst soll er es nun einmal nicht erfahren.«
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»Und jetzt hast du es dir wieder anders überlegt?« fragte der Vater,
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legte die große Zeitung auf den Fensterbord und auf die Zeitung die
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Brille, die er mit der Hand bedeckte.
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»Ja, jetzt habe ich es mir wieder überlegt. Wenn er mein guter Freund
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ist, sagte ich mir, dann ist meine glückliche Verlobung auch für ihn ein
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Glück. Und deshalb habe ich nicht mehr gezögert, es ihm anzuzeigen. Ehe
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ich jedoch den Brief einwarf, wollte ich es dir sagen.«
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»Georg,« sagte der Vater und zog den zahnlosen Mund in die Breite, »hör'
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einmal! Du bist wegen dieser Sache zu mir gekommen, um dich mit mir zu
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beraten. Das ehrt dich ohne Zweifel. Aber es ist nichts, es ist ärger
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als nichts, wenn du mir jetzt nicht die volle Wahrheit sagst. Ich will
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nicht Dinge aufrühren, die nicht hierher gehören. Seit dem Tode unserer
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teueren Mutter sind gewisse unschöne Dinge vorgegangen. Vielleicht kommt
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auch für sie die Zeit und vielleicht kommt sie früher, als wir denken.
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Im Geschäft entgeht mir manches, es wird mir vielleicht nicht verborgen
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-- ich will jetzt gar nicht die Annahme machen, daß es mir verborgen
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wird --, ich bin nicht mehr kräftig genug, mein Gedächtnis läßt nach,
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ich habe nicht mehr den Blick für alle die vielen Sachen. Das ist
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erstens der Ablauf der Natur, und zweitens hat mich der Tod unseres
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Mütterchens viel mehr niedergeschlagen als dich. -- Aber weil wir gerade
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bei dieser Sache halten, bei diesem Brief, so bitte ich dich, Georg,
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täusche mich nicht. Es ist eine Kleinigkeit, es ist nicht des Atems
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wert, also täusche mich nicht. Hast du wirklich diesen Freund in
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Petersburg?«
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Georg stand verlegen auf. »Lassen wir meine Freunde sein. Tausend
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Freunde ersetzen mir nicht meinen Vater. Weißt du, was ich glaube? Du
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schonst dich nicht genug. Aber das Alter verlangt seine Rechte. Du bist
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mir im Geschäft unentbehrlich, das weißt du ja sehr genau, aber wenn das
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Geschäft deine Gesundheit bedrohen sollte, sperre ich es noch morgen für
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immer. Das geht nicht. Wir müssen da eine andere Lebensweise für dich
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einführen. Aber von Grund aus. Du sitzt hier im Dunkel, und im
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Wohnzimmer hättest du schönes Licht. Du nippst vom Frühstück, statt dich
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ordentlich zu stärken. Du sitzt bei geschlossenem Fenster, und die Luft
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würde dir so gut tun. Nein, mein Vater! Ich werde den Arzt holen und
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seinen Vorschriften werden wir folgen. Die Zimmer werden wir wechseln,
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du wirst ins Vorderzimmer ziehen, ich hierher. Es wird keine Veränderung
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für dich sein, alles wird mit übertragen werden. Aber das alles hat
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Zeit, jetzt lege dich noch ein wenig ins Bett, du brauchst unbedingt
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Ruhe. Komm, ich werde dir beim Ausziehn helfen, du wirst sehn, ich kann
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es. Oder willst du gleich ins Vorderzimmer gehn, dann legst du dich
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vorläufig in mein Bett. Das wäre übrigens sehr vernünftig.«
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Georg stand knapp neben seinem Vater, der den Kopf mit dem struppigen
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weißen Haar auf die Brust hatte sinken lassen.
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»Georg«, sagte der Vater leise, ohne Bewegung.
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Georg kniete sofort neben dem Vater nieder, er sah die Pupillen in dem
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müden Gesicht des Vaters übergroß in den Winkeln der Augen auf sich
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gerichtet.
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»Du hast keinen Freund in Petersburg. Du bist immer ein Spaßmacher
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gewesen und hast dich auch mir gegenüber nicht zurückgehalten. Wie
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solltest du denn gerade dort einen Freund haben! Das kann ich gar nicht
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glauben.«
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»Denk doch noch einmal nach, Vater,« sagte Georg, hob den Vater vom
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Sessel und zog ihm, wie er nun doch recht schwach dastand, den
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Schlafrock aus, »jetzt wird es bald drei Jahre her sein, da war ja mein
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Freund bei uns zu Besuch. Ich erinnere mich noch, daß du ihn nicht
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besonders gern hattest. Wenigstens zweimal habe ich ihn vor dir
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verleugnet, trotzdem er gerade bei mir im Zimmer saß. Ich konnte ja
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deine Abneigung gegen ihn ganz gut verstehn, mein Freund hat seine
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Eigentümlichkeiten. Aber dann hast du dich doch auch wieder ganz gut mit
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ihm unterhalten. Ich war damals noch so stolz darauf, daß du ihm
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zuhörtest, nicktest und fragtest. Wenn du nachdenkst, mußt du dich
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erinnern. Er erzählte damals unglaubliche Geschichten von der russischen
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Revolution. Wie er z. B. auf einer Geschäftsreise in Kiew bei einem
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Tumult einen Geistlichen auf einem Balkon gesehen hatte, der sich ein
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breites Blutkreuz in die flache Hand schnitt, diese Hand erhob und die
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Menge anrief. Du hast ja selbst diese Geschichte hie und da
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wiedererzählt.«
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Währenddessen war es Georg gelungen, den Vater wieder niederzusetzen und
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ihm die Trikothose, die er über den Leinenunterhosen trug, sowie die
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Socken vorsichtig auszuziehn. Beim Anblick der nicht besonders reinen
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Wäsche machte er sich Vorwürfe, den Vater vernachlässigt zu haben. Es
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wäre sicherlich auch seine Pflicht gewesen, über den Wäschewechsel
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seines Vaters zu wachen. Er hatte mit seiner Braut darüber, wie sie die
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Zukunft des Vaters einrichten wollten, noch nicht ausdrücklich
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gesprochen, denn sie hatten stillschweigend vorausgesetzt, daß der Vater
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allein in der alten Wohnung bleiben würde. Doch jetzt entschloß er sich
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kurz mit aller Bestimmtheit, den Vater in seinen künftigen Haushalt
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mitzunehmen. Es schien ja fast, wenn man genauer zusah, daß die Pflege,
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die dort dem Vater bereitet werden sollte, zu spät kommen könnte.
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Auf seinen Armen trug er den Vater ins Bett. Ein schreckliches Gefühl
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hatte er, als er während der paar Schritte zum Bett hin merkte, daß an
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seiner Brust der Vater mit seiner Uhrkette spiele. Er konnte ihn nicht
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gleich ins Bett legen, so fest hielt er sich an dieser Uhrkette.
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Kaum war er aber im Bett, schien alles gut. Er deckte sich selbst zu und
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zog dann die Bettdecke noch besonders weit über die Schulter. Er sah
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nicht unfreundlich zu Georg hinauf.
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»Nicht wahr, du erinnerst dich schon an ihn?« fragte Georg und nickte
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ihm aufmunternd zu.
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»Bin ich jetzt gut zugedeckt?« fragte der Vater, als könne er nicht
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nachschauen, ob die Füße genug bedeckt seien.
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»Es gefällt dir also schon im Bett«, sagte Georg und legte das Deckzeug
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besser um ihn.
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»Bin ich gut zugedeckt?« fragte der Vater noch einmal und schien auf die
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Antwort besonders aufzupassen.
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»Sei nur ruhig, du bist gut zugedeckt.«
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»Nein!« rief der Vater, daß die Antwort an die Frage stieß, warf die
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Decke zurück mit einer Kraft, daß sie einen Augenblick im Fluge sich
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ganz entfaltete, und stand aufrecht im Bett. Nur eine Hand hielt er
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leicht an den Plafond. »Du wolltest mich zudecken, das weiß ich, mein
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Früchtchen, aber zugedeckt bin ich noch nicht. Und ist es auch die
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letzte Kraft, genug für dich, zuviel für dich. Wohl kenne ich deinen
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Freund. Er wäre ein Sohn nach meinem Herzen. Darum hast du ihn auch
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betrogen die ganzen Jahre lang. Warum sonst? Glaubst du, ich habe nicht
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um ihn geweint? Darum doch sperrst du dich in dein Bureau, niemand soll
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stören, der Chef ist beschäftigt -- nur damit du deine falschen
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Briefchen nach Rußland schreiben kannst. Aber den Vater muß
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glücklicherweise niemand lehren, den Sohn zu durchschauen. Wie du jetzt
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geglaubt hast, du hättest ihn untergekriegt, so untergekriegt, daß du
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|
dich mit deinem Hintern auf ihn setzen kannst und er rührt sich nicht,
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|
da hat sich mein Herr Sohn zum Heiraten entschlossen!«
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Georg sah zum Schreckbild seines Vaters auf. Der Petersburger Freund,
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den der Vater plötzlich so gut kannte, ergriff ihn, wie noch nie.
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Verloren im weiten Rußland sah er ihn. An der Türe des leeren,
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ausgeraubten Geschäftes sah er ihn. Zwischen den Trümmern der Regale,
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den zerfetzten Waren, den fallenden Gasarmen stand er gerade noch. Warum
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hatte er so weit wegfahren müssen!
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»Aber schau mich an!« rief der Vater, und Georg lief, fast zerstreut,
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zum Bett, um alles zu fassen, stockte aber in der Mitte des Weges.
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»Weil sie die Röcke gehoben hat,« fing der Vater zu flöten an, »weil sie
|
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die Röcke so gehoben hat, die widerliche Gans,« und er hob, um das
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|
darzustellen, sein Hemd so hoch, daß man auf seinem Oberschenkel die
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|
Narbe aus seinen Kriegsjahren sah, »weil sie die Röcke so und so und so
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|
gehoben hat, hast du dich an sie herangemacht, und damit du an ihr ohne
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|
Störung dich befriedigen kannst, hast du unserer Mutter Andenken
|
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|
geschändet, den Freund verraten und deinen Vater ins Bett gesteckt,
|
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|
damit er sich nicht rühren kann. Aber kann er sich rühren oder nicht?«
|
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Und er stand vollkommen frei und warf die Beine. Er strahlte vor
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|
Einsicht.
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Georg stand in einem Winkel, möglichst weit vom Vater. Vor einer langen
|
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|
Weile hatte er sich fest entschlossen, alles vollkommen genau zu
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|
beobachten, damit er nicht irgendwie auf Umwegen, von hinten her, von
|
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|
oben herab überrascht werden könne. Jetzt erinnerte er sich wieder an
|
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|
den längst vergessenen Entschluß und vergaß ihn, wie man einen kurzen
|
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|
Faden durch ein Nadelöhr zieht.
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»Aber der Freund ist nun doch nicht verraten!« rief der Vater, und sein
|
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|
hin- und herbewegter Zeigefinger bekräftigte es. »Ich war sein Vertreter
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|
hier am Ort.«
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|
»Komödiant!« konnte sich Georg zu rufen nicht enthalten, erkannte sofort
|
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|
den Schaden und biß, nur zu spät, -- die Augen erstarrt -- in seine
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|
Zunge, daß er vor Schmerz einknickte.
|
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|
»Ja, freilich habe ich Komödie gespielt! Komödie! Gutes Wort! Welcher
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andere Trost blieb dem alten verwitweten Vater? Sag -- und für den
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|
Augenblick der Antwort sei du noch mein lebender Sohn --, was blieb mir
|
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|
übrig, in meinem Hinterzimmer, verfolgt vom ungetreuen Personal, alt bis
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|
in die Knochen? Und mein Sohn ging im Jubel durch die Welt, schloß
|
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|
Geschäfte ab, die ich vorbereitet hatte, überpurzelte sich vor Vergnügen
|
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|
und ging vor seinem Vater mit dem verschlossenen Gesicht eines
|
||||||
|
Ehrenmannes davon! Glaubst du, ich hätte dich nicht geliebt, ich, von
|
||||||
|
dem du ausgingst?«
|
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|
»Jetzt wird er sich vorbeugen,« dachte Georg, »wenn er fiele und
|
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|
zerschmetterte!« Dieses Wort durchzischte seinen Kopf.
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Der Vater beugte sich vor, fiel aber nicht. Da Georg sich nicht näherte,
|
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|
wie er erwartet hatte, erhob er sich wieder.
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|
|
||||||
|
»Bleib, wo du bist, ich brauche dich nicht! Du denkst, du hast noch die
|
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|
Kraft, hierher zu kommen und hältst dich bloß zurück, weil du so willst.
|
||||||
|
Daß du dich nicht irrst! Ich bin noch immer der viel Stärkere. Allein
|
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hätte ich vielleicht zurückweichen müssen, aber so hat mir die Mutter
|
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|
ihre Kraft abgegeben, mit deinem Freund habe ich mich herrlich
|
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|
verbunden, deine Kundschaft habe ich hier in der Tasche!«
|
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|
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|
»Sogar im Hemd hat er Taschen!« sagte sich Georg und glaubte, er könne
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ihn mit dieser Bemerkung in der ganzen Welt unmöglich machen. Nur einen
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|
Augenblick dachte er das, denn immerfort vergaß er alles.
|
||||||
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|
»Häng dich nur in deine Braut ein und komm mir entgegen! Ich fege sie
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|
dir von der Seite weg, du weißt nicht wie!«
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Georg machte Grimassen, als glaube er das nicht. Der Vater nickte bloß,
|
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|
die Wahrheit dessen, was er sagte, beteuernd, in Georgs Ecke hin.
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»Wie hast du mich doch heute unterhalten, als du kamst und fragtest, ob
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||||||
|
du deinem Freund von der Verlobung schreiben sollst. Er weiß doch
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alles, dummer Junge, er weiß doch alles! Ich schrieb ihm doch, weil du
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|
vergessen hast, mir das Schreibzeug wegzunehmen. Darum kommt er schon
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||||||
|
seit Jahren nicht, er weiß ja alles hundertmal besser als du selbst,
|
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|
deine Briefe zerknüllt er ungelesen in der linken Hand, während er in
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|
der Rechten meine Briefe zum Lesen sich vorhält!«
|
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|
Seinen Arm schwang er vor Begeisterung über dem Kopf. »Er weiß alles
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|
tausendmal besser!« rief er.
|
||||||
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|
»Zehntausendmal!« sagte Georg, um den Vater zu verlachen, aber noch in
|
||||||
|
seinem Munde bekam das Wort einen toternsten Klang.
|
||||||
|
|
||||||
|
»Seit Jahren passe ich schon auf, daß du mit dieser Frage kämest!
|
||||||
|
Glaubst du, mich kümmert etwas anderes? Glaubst du, ich lese Zeitungen?
|
||||||
|
Da!« und er warf Georg ein Zeitungsblatt, das irgendwie mit ins Bett
|
||||||
|
getragen worden war, zu. Eine alte Zeitung, mit einem Georg schon ganz
|
||||||
|
unbekannten Namen.
|
||||||
|
|
||||||
|
»Wie lange hast du gezögert, ehe du reif geworden bist! Die Mutter mußte
|
||||||
|
sterben, sie konnte den Freudentag nicht erleben, der Freund geht
|
||||||
|
zugrunde in seinem Rußland, schon vor drei Jahren war er gelb zum
|
||||||
|
Wegwerfen, und ich, du siehst ja, wie es mit mir steht. Dafür hast du
|
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|
doch Augen!«
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|
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||||||
|
»Du hast mir also aufgelauert!« rief Georg.
|
||||||
|
|
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|
Mitleidig sagte der Vater nebenbei: »Das wolltest du wahrscheinlich
|
||||||
|
früher sagen. Jetzt paßt es ja gar nicht mehr.«
|
||||||
|
|
||||||
|
Und lauter: »Jetzt weißt du also, was es noch außer dir gab, bisher
|
||||||
|
wußtest du nur von dir! Ein unschuldiges Kind warst du ja eigentlich,
|
||||||
|
aber noch eigentlicher warst du ein teuflischer Mensch! -- Und darum
|
||||||
|
wisse: Ich verurteile dich jetzt zum Tode des Ertrinkens!«
|
||||||
|
|
||||||
|
Georg fühlte sich aus dem Zimmer gejagt, den Schlag, mit dem der Vater
|
||||||
|
hinter ihm aufs Bett stürzte, trug er noch in den Ohren davon. Auf der
|
||||||
|
Treppe, über deren Stufen er wie über eine schiefe Fläche eilte,
|
||||||
|
überrumpelte er seine Bedienerin, die im Begriffe war heraufzugehen, um
|
||||||
|
die Wohnung nach der Nacht aufzuräumen. »Jesus!« rief sie und verdeckte
|
||||||
|
mit der Schürze das Gesicht, aber er war schon davon. Aus dem Tor
|
||||||
|
sprang er, über die Fahrbahn zum Wasser trieb es ihn. Schon hielt er das
|
||||||
|
Geländer fest, wie ein Hungriger die Nahrung. Er schwang sich über, als
|
||||||
|
der ausgezeichnete Turner, der er in seinen Jugendjahren zum Stolz
|
||||||
|
seiner Eltern gewesen war. Noch hielt er sich mit schwächer werdenden
|
||||||
|
Händen fest, erspähte zwischen den Geländerstangen einen Autoomnibus,
|
||||||
|
der mit Leichtigkeit seinen Fall übertönen würde, rief leise: »Liebe
|
||||||
|
Eltern, ich habe euch doch immer geliebt«, und ließ sich hinabfallen.
|
||||||
|
|
||||||
|
In diesem Augenblick ging über die Brücke ein geradezu unendlicher
|
||||||
|
Verkehr.
|
||||||
|
|
||||||
|
|
||||||
|
|
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|
|
||||||
|
Von demselben Verfasser erschien ferner:
|
||||||
|
|
||||||
|
Betrachtungen. 2. Auflage
|
||||||
|
|
||||||
|
Geheftet M. 2.50, Pappband M. 3.50
|
||||||
|
Halblederband M. 4.50
|
||||||
|
|
||||||
|
Der Heizer. Ein Fragment
|
||||||
|
|
||||||
|
Geheftet M. 0.80, Gebunden M. 1.50
|
||||||
|
|
||||||
|
Die Verwandlung. Novelle
|
||||||
|
|
||||||
|
Geheftet M. 1.60, Gebunden M. 2.50
|
||||||
|
|
||||||
|
|
||||||
|
KURT WOLFF VERLAG - LEIPZIG
|
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|
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|
|
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|
|
||||||
|
|
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|
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|
*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS URTEIL: EINE GESCHICHTE ***
|
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|
|
||||||
|
|
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|
Updated editions will replace the previous one—the old editions will
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|
be renamed.
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|
Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
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law means that no one owns a United States copyright in these works,
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START: FULL LICENSE
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THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
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Project Gutenberg™ License available with this file or online at
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www.gutenberg.org/license.
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Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg™
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electronic works
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1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg™
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electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
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and accept all the terms of this license and intellectual property
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(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
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the terms of this agreement, you must cease using and return or
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destroy all copies of Project Gutenberg™ electronic works in your
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possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
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Project Gutenberg™ electronic work and you do not agree to be bound
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by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person
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or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
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1.B. “Project Gutenberg” is a registered trademark. It may only be
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used on or associated in any way with an electronic work by people who
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agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
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things that you can do with most Project Gutenberg™ electronic works
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even without complying with the full terms of this agreement. See
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paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
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Gutenberg™ electronic works if you follow the terms of this
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agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg™
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electronic works. See paragraph 1.E below.
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1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation (“the
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Foundation” or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
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of Project Gutenberg™ electronic works. Nearly all the individual
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works in the collection are in the public domain in the United
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States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
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United States and you are located in the United States, we do not
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claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
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displaying or creating derivative works based on the work as long as
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all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
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that you will support the Project Gutenberg™ mission of promoting
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free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg™
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works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
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Project Gutenberg™ name associated with the work. You can easily
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comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
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same format with its attached full Project Gutenberg™ License when
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you share it without charge with others.
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1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
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what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
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in a constant state of change. If you are outside the United States,
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check the laws of your country in addition to the terms of this
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agreement before downloading, copying, displaying, performing,
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distributing or creating derivative works based on this work or any
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other Project Gutenberg™ work. The Foundation makes no
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representations concerning the copyright status of any work in any
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country other than the United States.
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1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
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1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
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immediate access to, the full Project Gutenberg™ License must appear
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prominently whenever any copy of a Project Gutenberg™ work (any work
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on which the phrase “Project Gutenberg” appears, or with which the
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phrase “Project Gutenberg” is associated) is accessed, displayed,
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performed, viewed, copied or distributed:
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This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
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other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
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whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms
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of the Project Gutenberg License included with this eBook or online
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at www.gutenberg.org. If you
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are not located in the United States, you will have to check the laws
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of the country where you are located before using this eBook.
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1.E.2. If an individual Project Gutenberg™ electronic work is
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derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
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contain a notice indicating that it is posted with permission of the
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copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
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the United States without paying any fees or charges. If you are
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redistributing or providing access to a work with the phrase “Project
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Gutenberg” associated with or appearing on the work, you must comply
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either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
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obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg™
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trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
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1.E.3. If an individual Project Gutenberg™ electronic work is posted
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with the permission of the copyright holder, your use and distribution
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must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
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additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
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will be linked to the Project Gutenberg™ License for all works
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posted with the permission of the copyright holder found at the
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beginning of this work.
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1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg™
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License terms from this work, or any files containing a part of this
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work or any other work associated with Project Gutenberg™.
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1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
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electronic work, or any part of this electronic work, without
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prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
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active links or immediate access to the full terms of the Project
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Gutenberg™ License.
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1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
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compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
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any word processing or hypertext form. However, if you provide access
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to or distribute copies of a Project Gutenberg™ work in a format
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other than “Plain Vanilla ASCII” or other format used in the official
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version posted on the official Project Gutenberg™ website
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(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
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to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
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of obtaining a copy upon request, of the work in its original “Plain
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Vanilla ASCII” or other form. Any alternate format must include the
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full Project Gutenberg™ License as specified in paragraph 1.E.1.
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1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
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performing, copying or distributing any Project Gutenberg™ works
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unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
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1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
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access to or distributing Project Gutenberg™ electronic works
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provided that:
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• You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
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the use of Project Gutenberg™ works calculated using the method
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you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
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to the owner of the Project Gutenberg™ trademark, but he has
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agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
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Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
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within 60 days following each date on which you prepare (or are
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legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
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payments should be clearly marked as such and sent to the Project
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Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
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Section 4, “Information about donations to the Project Gutenberg
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Literary Archive Foundation.”
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• You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
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you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
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does not agree to the terms of the full Project Gutenberg™
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License. You must require such a user to return or destroy all
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copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
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all use of and all access to other copies of Project Gutenberg™
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works.
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• You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
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any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
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electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
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receipt of the work.
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• You comply with all other terms of this agreement for free
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distribution of Project Gutenberg™ works.
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1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
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Gutenberg™ electronic work or group of works on different terms than
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are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
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from the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the manager of
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the Project Gutenberg™ trademark. Contact the Foundation as set
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forth in Section 3 below.
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1.F.
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1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
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effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
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works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
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Gutenberg™ collection. Despite these efforts, Project Gutenberg™
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electronic works, and the medium on which they may be stored, may
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contain “Defects,” such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
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or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
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intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
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other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
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cannot be read by your equipment.
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1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the “Right
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of Replacement or Refund” described in paragraph 1.F.3, the Project
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|
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
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Gutenberg™ trademark, and any other party distributing a Project
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|
Gutenberg™ electronic work under this agreement, disclaim all
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liability to you for damages, costs and expenses, including legal
|
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fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
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|
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
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PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
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|
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
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LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
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|
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
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DAMAGE.
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1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
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defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
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receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
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written explanation to the person you received the work from. If you
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received the work on a physical medium, you must return the medium
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|
with your written explanation. The person or entity that provided you
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with the defective work may elect to provide a replacement copy in
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||||||
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lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
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||||||
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or entity providing it to you may choose to give you a second
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opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
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||||||
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the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
|
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without further opportunities to fix the problem.
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|
1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
|
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in paragraph 1.F.3, this work is provided to you ‘AS-IS’, WITH NO
|
||||||
|
OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
|
||||||
|
LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
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|
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|
1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
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|
warranties or the exclusion or limitation of certain types of
|
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|
damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
|
||||||
|
violates the law of the state applicable to this agreement, the
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||||||
|
agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
|
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|
limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
|
||||||
|
unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
|
||||||
|
remaining provisions.
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|
|
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1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
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||||||
|
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
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|
providing copies of Project Gutenberg™ electronic works in
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||||||
|
accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
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||||||
|
production, promotion and distribution of Project Gutenberg™
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|
electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
|
||||||
|
including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
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|
the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
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|
or any Project Gutenberg™ work, (b) alteration, modification, or
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|
additions or deletions to any Project Gutenberg™ work, and (c) any
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Defect you cause.
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Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg™
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|
Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of
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|
electronic works in formats readable by the widest variety of
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|
computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
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exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
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from people in all walks of life.
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Volunteers and financial support to provide volunteers with the
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|
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg™’s
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|
goals and ensuring that the Project Gutenberg™ collection will
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remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
|
||||||
|
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
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|
and permanent future for Project Gutenberg™ and future
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||||||
|
generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
|
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|
Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
|
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|
Sections 3 and 4 and the Foundation information page at www.gutenberg.org.
|
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|
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|
Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
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|
|
||||||
|
The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non-profit
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|
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
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||||||
|
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
|
||||||
|
Revenue Service. The Foundation’s EIN or federal tax identification
|
||||||
|
number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
|
||||||
|
Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
|
||||||
|
U.S. federal laws and your state’s laws.
|
||||||
|
|
||||||
|
The Foundation’s business office is located at 809 North 1500 West,
|
||||||
|
Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up
|
||||||
|
to date contact information can be found at the Foundation’s website
|
||||||
|
and official page at www.gutenberg.org/contact
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||||||
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Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
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|
Literary Archive Foundation
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Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without widespread
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|
public support and donations to carry out its mission of
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||||||
|
increasing the number of public domain and licensed works that can be
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||||||
|
freely distributed in machine-readable form accessible by the widest
|
||||||
|
array of equipment including outdated equipment. Many small donations
|
||||||
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($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
|
||||||
|
status with the IRS.
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||||||
|
|
||||||
|
The Foundation is committed to complying with the laws regulating
|
||||||
|
charities and charitable donations in all 50 states of the United
|
||||||
|
States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
|
||||||
|
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
|
||||||
|
with these requirements. We do not solicit donations in locations
|
||||||
|
where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
|
||||||
|
DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state
|
||||||
|
visit www.gutenberg.org/donate.
|
||||||
|
|
||||||
|
While we cannot and do not solicit contributions from states where we
|
||||||
|
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
|
||||||
|
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
|
||||||
|
approach us with offers to donate.
|
||||||
|
|
||||||
|
International donations are gratefully accepted, but we cannot make
|
||||||
|
any statements concerning tax treatment of donations received from
|
||||||
|
outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
|
||||||
|
|
||||||
|
Please check the Project Gutenberg web pages for current donation
|
||||||
|
methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
|
||||||
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ways including checks, online payments and credit card donations. To
|
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|
donate, please visit: www.gutenberg.org/donate.
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||||||
|
|
||||||
|
Section 5. General Information About Project Gutenberg™ electronic works
|
||||||
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||||||
|
Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
|
||||||
|
Gutenberg™ concept of a library of electronic works that could be
|
||||||
|
freely shared with anyone. For forty years, he produced and
|
||||||
|
distributed Project Gutenberg™ eBooks with only a loose network of
|
||||||
|
volunteer support.
|
||||||
|
|
||||||
|
Project Gutenberg™ eBooks are often created from several printed
|
||||||
|
editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
|
||||||
|
the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
|
||||||
|
necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
|
||||||
|
edition.
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||||||
|
|
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|
Most people start at our website which has the main PG search
|
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|
facility: www.gutenberg.org.
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||||||
|
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|
This website includes information about Project Gutenberg™,
|
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|
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
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Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
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subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
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2250
resources/pg22367-clean.txt
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resources/pg22367-clean.txt
Normal file
File diff suppressed because it is too large
Load diff
2315
resources/pg22367.txt
Normal file
2315
resources/pg22367.txt
Normal file
File diff suppressed because it is too large
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1863
resources/pg5200-clean.txt
Normal file
1863
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Normal file
File diff suppressed because it is too large
Load diff
2268
resources/pg5200.txt
Normal file
2268
resources/pg5200.txt
Normal file
File diff suppressed because it is too large
Load diff
7461
resources/pg69327-clean.txt
Normal file
7461
resources/pg69327-clean.txt
Normal file
File diff suppressed because it is too large
Load diff
7513
resources/pg69327.txt
Normal file
7513
resources/pg69327.txt
Normal file
File diff suppressed because it is too large
Load diff
6666
resources/pg7849-clean.txt
Normal file
6666
resources/pg7849-clean.txt
Normal file
File diff suppressed because it is too large
Load diff
6666
resources/pg7849.txt
Normal file
6666
resources/pg7849.txt
Normal file
File diff suppressed because it is too large
Load diff
Loading…
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